Weihnachten ohne Dich

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Bestatter sind Menschen

In der Zeitung steht, Du bist TOT. Meine Tränen rinnen leise und mal laut die Wangen herunter. Von Regina Rosenkranz
Vor vier Wochen noch haben wir gefeiert, Deinen fünfzigsten Geburtstag, wir haben  gelacht und gemeinsam gesagt, wie wertvoll unsere Freundschaft ist, wie lieb wir uns gewonnen haben. Stolz erzähltest Du von Deiner Freundin, von Deinem nahenden Urlaub und wir planten, im Jahr 2012 gemeinsam viel zu unternehmen.

Nun bin ich allein hier, schreibe und weine diese Tasten voll.
In der Zeitung steht: „Plötzlich stand sein Herz still…“
Mein Herz liest und versteht das Geschriebene kaum. Was da steht, lässt mein Herz schmerzen, mein Hals wird trocken und die Tränen rollen – still und leise.

Ich kann mir mein Leben ohne Dich kaum vorstellen.
Alle sagen: „Du als Bestatterin müsstest ES doch können, du kennst doch den Tod.“
Ja, ich kenne den Tod, ich sehe täglich die Trauer und mein Herz weint oft mit, mein Herz ist menschlich, sterblich wie Deins es ist und war. Du fehlst mir…

Es wird eine große Trauerfeier geben und ich werde da stehen, verloren…allein.
Es wird mich niemand fragen, „Wie geht es Dir? Wie kommst du damit klar?“.
Du hättest mich genau das gefragt!
Wie haben wir gelacht darüber, dass Du mit mir in das Konzert von Melissa Ethrige gehen wolltest. Deine Fragen zu meinen Kindern und deren Entwicklung, meinem Leben. Dein Interesse an meinem Leben wird mir fehlen. Ein Freund wie DU wird mir fehlen.

Und wieder und wieder höre ich diese Sätze: „Warum weinst Du noch? Du bist doch Bestatterin!“
Wie kalt und herzlos wird aus meinem Berufsbild ein Mensch gebastelt, der doch alles ablegt – seine Gefühle, sein Menschsein, seine Trauer um einen Freund. Bestatter können alles ab, die kennen DAS doch!

Wir Bestatter sind menschlich, der Tod und seine damit verbundene Trauer sind menschlich!

Lasst uns doch Menschen bleiben und uns wie Menschen miteinander umgehen!

Der Tod, der Verlust eines Menschen ist kein Thema, wo wir uns beherrschen und krampfhaft versuchen sollten zu lernen, uns in keinem Fall davon berühren zu lassen. Gerade Trauer braucht eine Gemeinschaft, eine menschliche Umgebung, wo wir weinen dürfen, trauern dürfen. Einen Menschen zu verlieren, ist traurig; zu spüren, dass dieser Mensch “weg“ ist, macht Angst, und dass dieser Mensch fehlt, darf sein!

Trauer darf sein – Trauer ist menschlich – Trauer gehört im Leben dazu wie der Tod.

Das Leben und der Tod sind mit miteinander verbunden,
wie ein Herz voll Trauer mit leise oder laut fließenden Tränen…

Weihnachten ohne Dich ist für mich unendlich traurig.
Ich bin unendlich traurig, einen Freund wie Dich verloren zu haben.

Bestatter sind menschlich….

Kategorie: Allgemein
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