Monatsarchiv für Oktober 2011

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Ein Hauskleid aus Streifendamast

Ute M. war eine einfache Frau. Nach der mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur Verkäuferin im elterlichen Gemischtwarenladen. Kurz nach dem Krieg heiratete sie und bezog mit ihrem Mann eine 2-Zimmer-Wohnung in Hamburg-Lohbrügge. Ein Jahr später wurde die erste Tochter geboren. Zwei weitere Kinder folgten. Ute M. ging ganz in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter auf und betätigte sich nebenbei auch noch ehrenamtlich in der Küche eines Kinderheimes. Sie war ein tatkräftiger Mensch, der nicht viel Aufhebens um die eigene Person machte.

Nach ihrem Tod lag diese Frau, die zu Lebzeiten am liebsten ein praktisches Hauskleid trug, angetan mit einem cremefarbenen Totenhemd aus Streifendamast, in mit Spitzen besetzter Seidenbettwäsche.Von Juliet Wagner
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Hallo, bist Du weg?

Ich sehe auf mein Handy, keine Nachricht. Es ist ein tiefer, stiller Frieden um mich herum, mein Boot liegt ruhig, vor Anker auf der Schlei, die ersten Gänse erheben sich mit Geschrei, der Herbst taucht die Welt in Farben und erfüllt die Luft mit herbstlichem Duft. Sehe in der Ferne einen Traktor über die Felder fahren, sehe Campingplätze und Boote, die winterfest gemacht werden. Es soll ein harter Winter werden, erzählt man sich. Ein harter Winter ohne Dich. Von Regina Rosenkranz
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»Alle Bestatter sind Betrüger!«

„Alle Bestatter sind Betrüger, das weiß man ja!“ Gerade mal fünf Minuten sitze ich bei meinem Stammitaliener im Kerzenschein und freue mich auf meine Spaghetti Arrabiata, da höre ich diesen lautstark ausgesprochenen Satz vom Nebentisch. Im ersten Moment stöhne ich innerlich: Nicht schon wieder. Wir sind bei meinem Italiener und ich habe Feierabend. Fast täglich höre ich diesen Satz in meinem Berufsalltag als Bestatterin. Von Regina Rosenkranz. ansehen »

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